Der Purpose Canvas hat ein Update erhalten

Purpose Canvas Update

Ich habe das ja schon mehrfach angesprochen. Lean Service Design lebt! Das heisst, dass es auch weiterentwickelt wird. Dank vieler Workshops, Kundenfeedback und vor allem Feedback aus der Nutzer-Community haben wir den Purpose Canvas noch weiter vereinfacht und verständlicher gemacht.

Das Problem mit den Zielen und Pains

In den vielen Kundenworkshops der letzten Monate haben ich festgestellt, dass trotz ausführlicher Erklärung, das Ausfüllen der beiden Felder „Pains“ und „Motivators“ bzw. „Objectives“ auf der Business Seite den Nutzern Schwierigkeiten bereiten. Einerseits fällt es ihnen schwer zu entscheiden, was ein Ziel ist und was ein Pain ist. Meist beschreiben sie zuerst den Pain, um danach ein „Pain“-Killer als Ziel zu beschreiben. Also zum Beispiel wird festgehalten: „Wir haben zu viele manuelle Schritte im Prozess“  und gleichzeitig ein Ziel „Manuelle Schritt reduzieren“ formuliert. Das ist doppelt gemoppelt.

Motivation hinter den Zielen

Letztendlich geht es bei der Formulierung von Zielen, um die Motivation dahinter. Das ist auch der psychologische Treiber, den wir verstehen müssen, um einen relevanten und sinnvollen Service zu gestalten. Hinter einem Ziel können – ich nenne das mal – negative Motivatoren stehen, also Dinge, die nicht gut laufen und die ich besser machen will. Oder es sind positive Motivatoren, also Ziele, die ich wegen ihrer selbst erreichen will und die nicht getrieben sind von der Lösung eines Problems. Dazu möchte ich Ihnen ein Beispiel geben. Nehmen wir das Taxifahren als Kontext. Ein positiv getriebenes  Ziel ist: „Ich möchte einfach von A nach B kommen“.  Ein negativ getriebenes Ziel wäre dann zum Beispiel: „Ich möchte Preistransparenz haben bevor ich die Fahrt antrete.“ Letzteres Ziel beruht auf dem Problem, dass ich mit einem normalen Taxi keine Ahnung habe wieviel am Ende die Fahrt kosten wird. Das ist für mich als Nutzer ein Pain.

Purpose Canvas

Jetzt gibt es ein Ziele-Spektrum

Wir haben nun den Purpose Canvas entsprechend angepasst. Sowohl auf Kundenseite, wie auch auf Businessseite gibt es nur noch ein Feld „Ziele“ welches mit einer Skala versehen ist von Pain zu Need, also von negativ motivierten Zielen bis zu positiv motivierten Zielen. In den  Lean Service Design Workshops ist das nun ein Schritt, den die Teilnehmer pro Seite erarbeiten.

Wir haben bereits die Gelegenheit gehabt das Update mit Kunden testen zu können und tatsächlich funktioniert es besser. Den Teilnehmern leuchten nun die Unterschiede ein und es gibt keine „Doppelziele“ mehr. Durch das Anordnen entlang einer Skala entsteht auch eine gewisse Gewichtung und Gruppierung der Ziele.  Ein weiterer Effekt dieser neuen Anordnung ist, dass man nun auch für verschiedene Kunden (Personas) vertikal unterschiedliche Ziele anordnen kann.

Mit der Änderung des Purpose Canvas haben wir auch das entsprechende Feld auf dem Persona Canvas angepasst, da dieses die Quelle der Kundenseite auf dem Purpose Canvas ist.

Von Ihnen LSD-Nutzern da draussen würde ich gerne Feedback erhalten, ob das Update auch in Ihrem Sinne ist und ob es in Ihren Workshops funktioniert. Das neue Canvas-Set können Sie ab sofort hier herunterladen.

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