Zwischen zwei Wänden – Wireframes & Scrum

www.nextlearning.nl

Ich möchte euch von einer innenarchitektonischen, dekorativen Massnahme erzählen, die ich kürzlich in unserem Projektraum durchgeführt habe und die erstaunliche Ergebnisse hervorgebracht hat.

Teamraum

Im Teamraum finden die täglichen SCRUM Meetings und weitere Abstimmungsmeetings zum Projekt statt. Meist stehen wir vor der einen Wand, auf der die Storymap gepinnt ist. Gespräche und Diskussionen werden mit Fokus auf die Stories geführt. Es werden Post-its geklebt, geschrieben und verschoben. Die Wand lebt.

Ich habe nun auf der gegenüberliegenden Wand die aktuellen Wireframes der Applikation aufgehängt und offene Fragen und erste Anmerkungen auf Post-it-Zettel dazugeklebt.

Was will ich damit erreichen?

In erster Linie geht es mir darum die Aufmerksamkeit auf einen visuellen Prototypen zu lenken (siehe dazu einen Post zu Prototypen) und diesen stärker ins Bewusstsein des Teams zu rücken. Wir diskutieren stets  auf der Grundlage der User-Story-Kärtchen. Nicht selten haben wir dadurch in unserem interdisziplinären Team unterschiedliche Interpretationen der Aufgaben und der Anforderungen. Um ein gemeinsames Bild aufzubauen, bedarf es dann öfter eines längern klärenden Gesprächs. Business und Entwicklung benötigen viele Mails und Spezifikationsdokumente für die Kommunikation, da vieles erst nach den Gesprächen im Projektraum klar wird.

Die Wirkung zeigt sich rasch

Einige Tage nachdem ich die zweite Wand tapeziert hatte, änderte sich nach und nach die Art und der Inhalt der Meetings. Das Team stand nun im Spannungsfeld der beiden Wände. Auf einer Seite die als Stories textlich formulierten Anforderungen und Tasks, auf der anderen die Visualisierung des Projektstandes. Die Gespräche wurden zielorientierter geführt, der Inhalt fokussierter und konkreter. Die Entwickler begannen ihrerseits Fragen, Anmerkungen und sogar Geschäftsregeln und Teilspezifikationen auf die entsprechenden Wireframes zu kleben. Es entstand zusätzlich zum verbalen ein visueller Dialog.

Gespräche und Meetings sind seither schneller und effizienter geworden, Missverständnisse über die besprochenen Inhalte nehmen massiv ab. Die grösste Auswirkung hatte die „Raumgestaltungsmassnahme“ auf die Sprint Planings. Wir konnten den Zeitaufwand auf die Hälfte reduzieren. Die Anzahl der Spezifikationsdokumente nimmt kontinuierlich ab.

Fazit

Manchmal sind es kleine Massnahmen, die eine grosse Auswirkung auf die Zusammenarbeit und das Projekt haben. Einmal mehr zeigt sich, dass es uns in manchen Situationen nach wie vor sympathischer ist mit Greifbarem arbeiten zu können. Haptik, Farbe und das visuelle Gedächtnis spielen nach wie vor eine wichtige Rolle in der Kommunikation. Wir sollten vermehrt den Bildschirm und die digitale Medien verlassen und wieder zu Papier greifen. Tools wie Jira erfüllen zwar alle Anforderungen eines SCRUM Prozesses, verhindern aber eine direkte unmissverständliche Kommunikation.

Wollen Sie mehr zu diesem Thema erfahren?

Kontakt